„Unrechtsstaat DDR“?

Das war nicht wirklich eine Frage, die die „Linke“ vorgelegt bekam, um in Thüringen ihre Tauglichkeit für die Übernahme von „Regierungsverantwortung“ unter Beweis zu stellen. Sie sollte einfach nur bedingungslos Ja sagen zu dem Staat, der als Sieger aus diesem deutsch-deutschen Machtkampf hervorgegangen ist. Dass dieser verlangte Kotau vor dem „Rechtsstaat BRD“ für einigen Unmut unter den Pateimitgliedern der „Linken“ gesorgt hat, ist allerdings etwas deplatziert: Denn dass die Übernahme von „Verantwortung“ für diesen demokratisch-kapitalistischen Laden nur mit der Unterordnung unter die maßgeblichen Zwecke dieses „Gemeinwesens“ zu haben ist, dürfte auch dem Letzten der Partei-Mitglieder klar sein. Doch vielleicht waren sie einfach nur etwas erschrocken über die Geschwindigkeit, mit der ihnen die Anpassung an die herrschenden Verhältnisse abverlangt wird. Vielleicht vermissen sie den nötigen „Spielraum“, um sich als unterscheidbare Alternative zu den etablierten Parteien darstellen zu können. Ärgern sich also darüber, dass man die paar Farbtüpferchen „Rot“ immer mehr aus dem Programm zu verbannen hat. Doch dann müssen die Linken lernen, dass beim staatstragenden „Kampf um Wählerstimmen“ das Tempo der Anpassung nicht nur von ihnen bestimmt wird. Denn da gibt‘s noch Aufpasser in den Konkurrenzparteien und die nationale Stimmungsmache in den Medien, die dafür sorgen, dass es letztlich nur die eine Farbmischung ist, die wirklich zählt: Schwarz-Rot-Gold!

Aber da muss man als Linker durch, wenn man beschlossen hat, als zu wählende Partei ins politische Geschehen einzugreifen und für die Geschicke der Nation Verantwortung zu tragen. Da wird man – quasi-automatisch – „realistisch“.

© HerrKeiner.com  19. Dezember 2014