Kanzlerin Merkel: Das Mauern-Legen muss weitergehen!

So sprach die Kanzlerin bei den Staatsfeierlichkeiten zum Mauerfall. Also kein Ausruhen auf den verdienten Lorbeeren, der Ausbreitung der Freiheit stehen noch immer viele Hindernisse im Weg, die abgeräumt werden müssen. Woran sie da vorrangig denkt? Das ist kein Geheimnis. Da hat sich doch neulich der Führer Russlands erdreistet, es den deutschen „Wiedervereinigern“ nachzumachen und sich die Halbinsel Krim einzuverleiben. Die hatte auch mal zu Russland gehört, und es fanden sich noch dazu bei den Anwohnern vor Ort genügend Gefolgsleute, welche zur Übernahme ihres Landstrichs durch das mächtige Russland ihr Jawort gaben. Also alles völkerrechtlich in Butter, wie der russische Führer Putin neulich in einem Interview mit dem deutschen Fernsehen darlegte und dabei auf den „Fall Kosovo“ verwies, dessen Abspaltung von Serbien von der „Völkergemeinschaft“ ohne Probleme abgesegnet wurde. Nein, den „Anschlag auf die Souveränität der Ukraine“ wollen die westlichen Aufsichtsmächte der Völkergemeinschaft nicht hinnehmen. “Altes Denken in Einflusssphären“ lautete Merkels Vorwurf an Russland und sie fügte hinzu:

„In der heutigen Krise geht es nicht nur um die Ukraine. Es geht um Molda-wien, es geht um Georgien, wenn es so weitergeht, kann man fragen, muss man bei Serbien fragen, muss man bei den Westbalkan-Staaten fragen“ (SZ v. 18.11.14)

Was an der Aufzählung der möglichen weiteren „Krisenherde“ zu sehen ist: Mit dem „alten Denken in Einflusssphären“ ist die EU tatkräftig vorangekommen und hat mittlerweile nahezu den ganzen Besitzstand der alten Sowjetunion ökonomisch und politisch unter ihre Fittiche gebracht. Wenn Russland – wie im Fall der Ukraine – mit seiner Macht dagegen hält, dann ist klar: Das ist als klarer Angriff „auf die europäische Friedensordnung insgesamt“ zu werten. Da werden schon wieder Mauern errichtet, die verhindern, „dass zusammenwächst, was zusammengehört“. Also wird gegen Russland ein Wirtschaftskrieg angezettelt, der sich gewaschen hat, mit dem Ziel, die „europäische Friedensordnung“ wiederherzustellen, was im Klartext heißt: den Frieden zu schaffen, der die Osterweiterung der „freiheitsliebenden Staaten des Westens“ voranbringt.

© HerrKeiner.com  19. Dezember 2014